Zarathustra steht in der Philosophie für die Suche nach Klarheit und Erkenntnis. Gleichzeitig beschreibt dieser Gedanke eine Welt, die sich ständig im Wandel befindet – in der Klarheit nie endgültig ist, sondern nur kurz aufscheint, bevor sie sich wieder verändert. Diese Idee bildet den Ausgangspunkt meiner Arbeit. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Wahrnehmung entsteht und wie sich Bilder langsam aus Unklarheit heraus entwickeln. Formen tauchen auf, werden deutlicher, verändern sich – und bleiben dennoch von einer gewissen Unschärfe umgeben.
In meinem Werk beginnt eine Stadt sichtbar zu werden. Aus zunächst abstrakten Farbflächen entstehen Andeutungen von Architektur: dunkle grüne Formen entwickeln sich zu Hochhäusern, Lichtflächen werden zu Werbetafeln, Straßen und Bewegungen treten aus Nebel und Farbe hervor. Doch die Stadt erreicht nie eine endgültige Schärfe. Regen und Dunst bleiben Teil der Wahrnehmung. Die Bilder bewegen sich ständig zwischen Sichtbarkeit und Unschärfe.
Dieses sich entwickelnde Stadtbild lässt sich auch mit Helen Frankenthaler in Verbindung bringen. Die Künstlerin war eine leidenschaftliche New Yorkerin und ihre Arbeiten sind eng mit der Atmosphäre der Stadt verbunden. Meine Animation kombiniert KI-generierte Bildsequenzen, selbst gezeichnete Frames sowie eigene Tonaufnahmen. Aus diesen Elementen entsteht eine visuelle Bewegung ohne endgültiges Ziel.