Meine Arbeit setzt sich mit dem Werk „Geteiltes Bild“ von Günther Uecker auseinander. Uecker ist besonders für seine sogenannten Nagelreliefs bekannt, bei denen er zahlreiche Nägel in Leinwand oder Holz einschlägt und dadurch dreidimensionale Oberflächen entstehen lässt. Durch diese Struktur verändert sich das Erscheinungsbild seiner Werke je nach Blickwinkel und Lichteinfall: Licht und Schatten erzeugen durch ihr Zusammespiel Bewegung auf der Bildoberfläche.
Im Werk „Geteiltes Bild“ spielt auch der körperliche Arbeitsprozess eine zentrale Rolle. Die Leinwand wird zunächst direkt mit den Fingern bearbeitet und bemalt, anschließend durch einen rissartigen Eingriff in zwei Hälften geteilt. Danach schlägt Uecker eine Vielzahl von Nägeln in das Bild ein. Besonders um die Mitte herum entsteht dadurch ein dynamisches, strudelartiges Zentrum. In vielen seiner Werke verbindet Uecker dabei gegensätzliche Aspekte wie Zerstörung und Heilung: Der gewaltsame Eingriff in das Material führt gleichzeitig zur Entstehung eines neuen Bildes.