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Digitale Animation

"Serabique" von Leo Lerch

Reaktion auf Robert Motherwell - Arabesque, 1998

Robert Motherwell gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus in den USA. Durch sein Studium der Philosophie war seine künstlerische Arbeit stark theoretisch geprägt. Seine Werke zeichnen sich durch reduzierte Formen, starke Kontraste sowie rhythmische und dynamische Kompositionen aus.

In seinem Werk „Arabesque“ greift Motherwell die Idee der musikalischen Arabeske auf. Geschwungene Linien und fließende Bewegungen erzeugen einen rhythmischen Bildaufbau. Gleichzeitig bezieht sich das Werk auf „La Danse“ von Henri Matisse. Da Motherwell in seiner frühen künstlerischen Laufbahn viele Collagen anfertigte, habe ich diesen Aspekt in meiner eigenen Arbeit aufgegriffen. Meine vorangegangenen Experimente mit unterschiedlichen Techniken und Arbeitsweisen bleiben im fertigen Werk jedoch unsichtbar, ähnlich wie verborgene Ebenen einer Collage.

Die Dynamik aus Motherwells „Arabesque“ habe ich durch eine animiert dargestellt. Dafür habe ich zunächst eine Animation in der App Procreate gezeichnet, um Bewegung visuell darzustellen. Anschließend habe ich tanzende Figuren aus einem Werk von Henri Matisse aufgegriffen und mithilfe von künstlicher Intelligenz neu interpretiert. Da sich in Motherwells Collagen häufig Notenblätter finden und auch der Titel seines Werkes einen musikalischen Bezug hat, habe ich zusätzlich eine passende Hintergrundmusik ausgewählt. Motherwell experimentierte bewusst mit neuen Arbeitsweisen, um neue Ausdrucksmöglichkeiten in der Malerei zu finden. In meiner Arbeit habe ich daher künstliche Intelligenz als Werkzeug eingesetzt, um meine Ideen umzusetzen. Dies wirft, ähnlich wie damals bei den Kritikern des abstrakten Expressionismus, die grundlegende Frage auf: „Was gilt eigentlich noch als Kunst?